Nachhaltige Mode

Nachhaltigkeit in der Modeindustrie

Wenn du das hier liest, hast du wahrscheinlich so circa 6 verschiedene Kleidungsstücke an. Deine restlichen 90 (dem deutschen Durchschnitt entsprechend) hängen im Kleiderschrank. Fragst du dich nicht auch ab und an, ob du die alle wirklich benötigst? Oder hast du die Hälfte nur gekauft, weil dich die Werbung oder der Lifestyle der Saison dazu überredet hat? Wenn man mal die Kette der Produktion der Kleidungsstücke zurückverfolgt, ist die CO2 Emission für die Herstellung und Verarbeitung der Textilien nur ein Bruchteil der schädlichen Folgen, die die Modeindustrie mit sich bringt. Daher will ich im folgenden Artikel genauer beleuchten, wo versteckte Probleme sind und wie wir mithilfe eines „Sustainability“ Gedankens einen Schritt in die richtige Richtung machen können.

Welche Möglichkeiten gibt es für Marken, nachhaltig zu produzieren?

Auch wenn mittlerweile viele bekannte Luxusmarken versuchen auf ein „green label“ zu setzen, besteht nach wie vor die Schwierigkeit, den Begriff „Nachhaltigkeit“ für die Modebranche genau zu definieren. Es wird mit Begriffen wie Eco, Nature oder Bio um sich geworfen, um möglichst den Hype der Kundschaft zu treffen. Um wirklich nachhaltig zu arbeiten und dies transparent zu tun, braucht es eine Offenlegung der Herkunft der Materialien, der Verarbeitung und der Bedingungen des Verarbeitungsprozesses des Kleidungsstückes. 

Ein Beispiel für ein Nachhaltigkeitsbewusstsein unter den Luxuslabels ist der Designer Dries van Noten, der beispielsweise eine Kooperation mit einem Fast-Fashion Label abgesagt hat, da sie befürchteten um die niedrigen Kosten zu decken sowohl Qualität als auch Arbeitsbedingungen und Natur leiden würden. Das belgische Label setzt auf ein in vielen Bereichen auf den geltenden Grundsatz: Niemals an den Zutaten sparen.

T-Shirt für unter sechs Euro: Von Niedriglöhnen und Kinderarbeit

In der Modebranche gibt es viele dunkle Seiten, die von so manchen Unternehmen und Textilketten genutzt werden, um Geld zu sparen und die Produkte später möglichst billig zu verkaufen, um sich auf dem Markt zu behaupten. Daher sind gerade asiatische Produktionsstandorte, wie Myanmar oder auch Bangladesch, für die großen westlichen Modeketten sehr lukrativ. Hier kann am meisten Geld an Arbeitern gespart werden. Zahlreichen Dokumentationen zufolge erhalten die Mitarbeiter solcher Fabriken sehr häufig nur ein paar Cent an Stundenlohn für die Produktion von Kleidungsstücken, die wir hier täglich anhaben.

Ein weiteres schwerwiegendes und die Menschenrechte angreifendes Problem ist die Kinderarbeit. Nicht selten arbeiten in den großen Produktionshallen der Kleidungsgiganten Kinder, die das 14.Lebensjahr noch nicht erreicht haben. Aktuellen Artikeln zufolge lag der Anteil an unter 15-Jährigen in den untersuchten Fabriken bei einer bedenklich hohen Anzahl. Die Kinder arbeiten natürlich schwarz, sodass sie freiwillig mehr Stunden arbeiten können, als eigentlich gesetzlich zu vertreten wäre.

Umweltbelastungen durch die Modeindustrie

Studien ergeben, dass der tatsächliche Verbrauch an CO2 durch die Textilindustrie bei 1,2 Billionen Tonnen liegt. Das meiste CO2 entsteht durch die Transportwege und die Herstellung der Plastikfasern für die Kleidungsstücke, die zum Großteil aus Polyester bestehen. Ein weiterer die Umwelt belastender Faktor ist der Wasserverbrauch. Baumwolle ist zwar ein Naturstoff, jedoch benötigt die Verarbeitung solche großen Mengen an Wasser, dass in Asien dadurch beispielsweise bereits zahlreiche Seen ausgetrocknet sind. Doch nicht nur die Wasserknappheit ist eine Folge, sondern auch die Verschmutzung des Abwassers durch Chemikalien und Mikroplastik. Aber die giftigen Chemikalien zerstören nicht nur Lebewesen des Meeres, sondern auch Böden und dadurch Lebewesen auf dem Land. Auch wir Menschen leiden dadurch an langfristigen gesundheitlichen Folgeschäden, die wir in den kommenden Jahren spüren werden.

Was kann ich als Konsument tun?

Positiv an der ganzen Sustainability Bewegung ist in erster Linie, dass in der Gesellschaft mehr und mehr das Bewusstsein dafür geschärft wird, etwas am Konsumverhalten zu ändern, um die Umwelt nicht weiter zu belasten. Doch wo, wann und vor allem auf welche Weise beginnt man am besten damit?

Vielleicht hast du schon einmal von der Pyramide des nachhaltigen Konsums gehört, die angelehnt an unsere Bedürfnisse ist. Sie besteht aus sechs Etagen, die von unten nach oben gelesen werden. Als Basis sollte man also erst mal das nutzen, dass man bereits besitzt. Das bedeutet mit Gewissen und Bedacht konsumieren und die Dinge, die bereits im Schrank liegen zu nutzen. Wenn man etwas nicht im Schrank hat – geht man auf die nächste Ebene der Pyramide – das Ausleihen. Es gibt mittlerweile so viele Leihhäuser oder Plattformen, bei denen du Dinge leihen kannst, beispielsweise Abendkleider, die du sowieso nur für einen Abend benötigst.

Die dritte Etage ist die Tauschetage. Melde dich bei Online Tauschbörsen an oder organisiere eine Kleidertauschparty, das hilft nicht nur dir selbst, sondern auch der Umwelt. Die vierte Etage ist  „Kaufe gebraucht“. In jeder etwas größeren Stadt gibt es Second-Hand Läden oder aber du schaust auf „Kleiderkreisel“ oder anderen Apps nach etwas Passendem für deine Bedürfnisse. Das spart einerseits Geld und andererseits werden nicht neue Ressourcen für die Herstellung der Kleidung benötigt. Solltest du ein kreatives Händchen oder ein Fable für Nähen, Basteln und Designen haben, dann trifft das ziemlich genau die fünfte Etage: „Mache selber“. Die Pyramidenspitze „Kaufe neu, aber nachhaltig“ soll noch einmal verdeutlichen, wie wichtig es ist, beim Kauf von Modeartikeln darauf zu achten, dass die Kleidung nachhaltig, fair und ökologisch hergestellt wurde. Kaufen sollte eben nicht die Lösung für alles sein – sondern die Ausnahme wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.Wie ihr seht ist dieses Thema wirklich komplex und vielschichtig – ich hoffe dennoch ich konnte euch einen kleinen Überblick über die Situation der Modeindustrie und die Nachhaltigkeitsproblematik geben und vielleicht habt ihr ja jetzt auch etwas Motivation in Zukunft ein nachhaltigeres Konsumverhalten an den Tag zu legen. Tolle weitere Information zu dem Thema findet ihr zum Beispiel am super Blog der lieben Justine.

Ich bin Tatjana und Mutter einer Tochter (2). Ich freue mich, dass du meinen Blog gefunden hast. Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und Stöbern. Schau doch auch mal auf meinem Blog meinTriathlon.de vorbei.
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